Max Landorff: Die Stunde des Reglers

Die Stunde des ReglersWenn ihr meinen Blog schon eine Weile verfolgt, sollte euch eigentlich noch bewußt sein, dass ich erst vor kurzem den ersten Teil “Der Regler” von Max Landorff vorgestellt habe. Irgendwie hatte mich die Geschichte des Reglers Gabriel Tretjak so gefesselt, dass ich mir den zweiten Teil einfach kaufen musste. Und ich kann euch bereits jetzt schon sagen, dass es sich gelohnt hat.

Die Stunde des Reglers – Handlung

Nach seinem letzten Fall (siehe hierzu Der Regler von Max Landorff) hat sich die Hauptfigur der Geschichte Gabriel Tretjak, auch bekannt als “der Regler”, in die Berge am Lago Maggiore zurück gezogen. Dort versucht er von seinem letzten Fall abzuschalten, während er sich gleichzeitig auf der Suche nach seiner Vergangenheit und seinem bisher von ihm abgeschnittenen Leben befindet.

Die Ruher wird allerdings jäh gestört, als die am Schweizer CERN beschäftigte Teilchenphysikerin Sophia Welterlin in sein Domizil eindringt. Wie kann es auch anderst sein benötigt sie die Hilfe des Reglers. Denn Welterlin wird bedroht und verfolgt, erhält rätselhafte Briefe von einer Person die ihr Leben bis ins kleinste Detail zu kennen scheint… Zum Teil besser als sie selbst.
Damit aber noch nicht genug, denn zur selben Zeit geschieht, an unterschiedlichen Orten, unerklärliches: Die Leichen zweier Männer werden gefunden. Sie heißen: Gabriel Tretjak. Bald schon ist der Regler erneut Teil eines makaberen Spiels um Leben und Tod…

Meine Betrachtung des Buches

Das Buch hat 352 Seiten, ist im FISCHER Scherz Verlag erschienen und der Autor des Buches “versteckt” sich hinter einem Pseudonym. Mehr Worte muss ich wie beim ersten Buch auch nicht zum drumherum verlieren, denn auch hier ist es viel interessanter ein paar Worte zum Inhalt zu verlieren.

In der Aufteilung des Romans ist man sich treu geblieben. Bereits wie im ersten Teil ist die Geschichte wieder in mehrere Abschnitte unterteilt, die einem gewissen “Oberthema” gewidmet sind: Vertrauen, die Wirklichkeit, Schuld, Die Stunde des Reglers, t=0.
Auch entwickelt Landorff wieder unterschiedliche Handlungsstränge mit vielen Protagonisten, die nacheinander zusammengeführt werden. Wer mit wem wie in Verbindung steht lässt sich zu Beginn der Geschichte nur erahnen und kristallisiert sich erst im Verlauf des Buches deutlicher heraus. Wobei hier gleich anzumerken ist, dass durchaus noch Platz für Interpretationen und mögliche Entwicklungen gegeben ist.

Im Gegensatz zum ersten Teil bekommt man als Leser nun auch eine Antwort darauf wie der Regler arbeitet, was er tut und wie er Probleme lösen kann: Man erlebt Tretjak in Aktion. Erfährt eigentlich genau das was man im ersten Teil noch ein wenig vermisst hat, zumindest ging es mir so. Ist es doch interessant die Hintergründe seiner Arbeit und wie sie funktioniert vermittelt zu bekommen.

Als Leser ist es mir gut gelungen, mich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen. Enige davon sind mir durchaus sympathisch geworden und ans Herz gewachsen, so der herzkranke Polizist Maler mit seiner Familie, der Psychologe von Tretjak und der Regler selbst. Was auch daran liegen mag, dass er nicht mehr so als kaltes, berechnendes Wesen wie im ersten Teil der Geschichte rüberkommt. Sondern auch ein wenig Einblicke in sein Seelenleben und seine Vergangenheit zulässt.

Fazit: Die Stunde des Reglers von Max Landorff

Vergleicht man den ersten mit dem zweiten Teil stellt man fest, dass diese sich vom sprachlichen Stil her nicht sonderlich unterscheiden: Flüssig zu lesen, angenehm erzählend geschrieben, besticht der Roman durch fehlerfreie Grammatik, wie auch durch gelungene und sehr bildliche Beschreibungen der Schauplätze/Situationen. Manche Personen und ihre Geschichte werden nur kurz angeschnitten, andere für meinen Geschmack zu ausführlich behandelt.

Auch sollte man das Buch mit klarem Verstand lesen und auf Hinweise achten, so fällt einem vielleicht selbst schon auf wer der oder die Fädenzieher hinter dem Ganzen sind.
Persönlich gefällt mir der zweite Teil des Reglers von Max Landorff besser als der erste Teil. Was damit zusammenhängen mag, dass man als Leser eine bessere Bindung zu den Figuren aufbauen konnte. Denn gerade der Regler lässt einen nun mehr an sich ran und teilt seine Geschichte mit dem Leser. Ich freue mich schon auf den dritten Teil und bin gespannt wie es weitergeht…


2 Kommentare
  • Buzzter
    Juni 4, 2013

    Ich hab’s auch gelesen und fand es, wie du, recht gut zu lesen und sicher auch spannend.

    Insgesamt ähnelt es dem ersten Teil aber strukturell für meinen Geschmack dann doch zu sehr, um es richtig gut zu finden.

  • Sebastian
    Juni 6, 2013

    Naja, fand es schon gut. Auch, dass es irgendwie am ersten Teil stark angelehnt ist. Soll schließlich auch die Entwicklung des Reglers wiedergeben. Aber mal sehen wie Teil 3 wird.

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