Zurzeit hat mich das Lesefieber mal wieder gefangen genommen. Gerade habe ich das Buch Milano Criminale von Paolo Roversi zu Ende gelesen. Was ich davon halte und ob ihr es euch anschauen solltet erfahrt ihr in diesem Beitrag.
Milano Criminale

Milano Criminale – Handlung

Am 27.02.1958 findet in der Mailänder Via Osoppo der bis dahin größte Raubüberfall in der Geschichte Italiens statt. Sieben bewaffnete Männer haben es sich zum Ziel gesetzt einen Geldtransporter auszurauben und werden dabei zum Teil von den zuschauenden Menschen angefeuert. Der Grund für diesen Applaus ist, dass die Räuber in den schweren Zeiten ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, auch wenn dies nicht unbedingt der „richtige“ Weg dafür ist.

Den Überfall beobachten auch zwei Jungen – Roberto und Antonio, diese ziehen ganz unterschiedliche Schlussfolgerungen daraus, welche sich entscheidend auf ihr späteres Leben auswirken. Während sich Antonio für den Beruf des Polizisten entscheidet, wird Roberto wenige Jahre später einer der meistgesuchten Verbrecher in ganz Italien. Dabei kreuzen sich ihre Wege in den folgenden Jahren mehrfach.

Dabei geht Roberto konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste seinen kriminellen Weg. Antonio, welcher sich für eine Laufbahn bei der Polizei entschieden hat, braucht dagegen einige Zeit, um in den Reihen dieser auszusteigen. Bis es zum Showdown zwischen den Beiden kommt, ereignen sich in Mailand noch zahlreiche Morde, spektakuläre Überfälle und schlagzeilenträchtige Festnahmen.

Meine Betrachtung des Buches

Milano Criminale von Paolo Roversi ist noch im ersten Quartal des Jahres, am 8. März 2013, im Ullstein Hardcover erschienen. Auf 464 Seiten wird die Geschichte von Roberto und Antonio, aber auch die Entwicklung der Geschichte der Kriminalität in der norditalienischen Metropole beschrieben.
Dabei geht es vor allem um die 1960er Jahre, und den damaligen schnellen Wandel in der Art der Kriminalität und dem Auftreten der Verbrecher. Wie bereits geschrieben stehen die zwei Jungen, Roberto und Antonio, im Mittelpunkt, welche durch das gleiche Ereignis in ihrer Jugend geprägt wurden. Die Entwicklung der Beiden dient Roversi als Instrument um die spannende Geschichte Mailands in den 60er Jahren festzuhalten und dem Leser näher zu bringen.

Wer nun einen klassischen Kriminalroman erwartet ist bei diesem Buch nicht unbedingt an der richtigen Stelle. Vielmehr wird hier ein typischer Krimi, mit etwas Geschichte und vielen Informationen rund um Italien zu einem spannend Buch verwoben. Interessant war für mich auch zu erfahren, dass der Auftakt von Milano Criminale auf einer historischen Begebenheit beruht. Denn den Überfall am 27.02.1958 hat es tatsächlich gegeben, die Beute betrug damals 600 Millionen Lire. Paolo Roversi gab in einem Interview an, dass ihn die Polizisten und Verbrecher der 60er Jahre zu diesem Buch inspiriert hätten.

Fazit zu Milano Criminale von Paolo Roversi

Das Werk von Paolo Roversi ist sicherlich nicht der klassische Krimi, welchen man erwartet, wenn man den Klappentext gelesen hat. Aber es ist sicherlich ein Buch welches man durchaus lesen kann, wenn man ein wenig unterhalten werden möchte. So kann man sich in beide Hauptfiguren des Romans gut reinversetzen und diesen bei ihrer Entwicklung folgen. Nebenbei bekommt man noch ein paar Eindrücke mit wie es wohl im damaligen Italien zugegangen sein muss. In einer Zeit als Verbrecher zum Teil noch als Helden gefeiert wurden. Mir hat Milano Criminale von Paolo Roversi gut gefallen und ich kann es somit ohne Bedenken empfehlen.

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