Kriegsfotograf Dominic Nahr ein Interview

In Haiti, wo ich kurz nach dem Erdbeben fotografiert habe, sah ich inmitten von Hunderten Leichen einen toten Körper, der grausam entstellt war. Ich konnte nicht hinschauen, aber ich musste ihn fotografieren. Ich habe mich weggedreht und die Kamera einfach in die Richtung gehalten und auf den Auslöser gedrückt. Das Bild habe ich nie wieder angesehen.

Dominic Nahr ist seit knapp fünf Jahren Kriegsfotograf und überall an den Orten unterwegs, welche wir uns selbst nur ungern im Fernsehen oder Zeitschriften ansehen. In diesen fünf Jahren hat er einiges erlebt und musste auch einiges verarbeiten. Über einen Teil seiner Erfahrungen und seine Entwicklung berichtet er in diesem Interview mit der Zeit: Kriegsfotografen: “Mitten im Aufstand, im Qualm”

Fünf Minuten Zeit nehmen und das Interview lesen, kann ich nur empfehlen!

Blick in die Kameratasche eines Kriegsfotografen

Wenn ich meine Tasche zum Fotografieren packe, für einen größeren Trip, mache ich mir immer schon viel Gedanken was ich mitnehme. Wie muss es dann erst sein wenn man beruflich als Kriegsfotograf unterwegs ist. Da wird die Entscheidung um einiges schwerer was man mitnimmt und was daheim bleibt.

Das Bild oben zeigt was Kriegsfotograf Umit Bektas für seinen Einsatz mit den US Truppen in Afghanistan eingepackt hat. Mehr über die Hintergründe zu seinen Gedanken und wie er sich auf seinen ersten Einsatz vorbereitet hat könnt ihr im Artikel Are you ready for your embed? nachlesen.

I knew I should carefully plan what I was to take. I knew I should travel light but at the same time have everything I would need on hand. Given the nature of the assignment and the conditions in Afghanistan, it would probably be impossible to secure anything I may have left behind.

intime iPhone Fotos aus dem Afghanistan-Krieg

Man glaubt es kaum dass manche der besten Bilder nicht unbedingt aus professionellen Kameras stammen. Aber dass kann man sich noch einmal vor Augen führen wenn man die Bilder von Balazs Gardi betrachtet, diese zeigen Szenen aus dem Afghanistan-Krieg, nur aufgenommen mit einem iPhone.

Gardi ist ein bekanntet Fotojournalist und hat diese Fotos für das Foreign Policy Magazine aufgenommen. Hierfür war er fünf Monate in Helmand unterwegs. Begonnen hat seine Reise im September 2010 und hat seitdem den Krieg auf eine ziemlich persönliche und nahe Weise eingefangen wie ich es bisher nicht gesehen habe. Was haltet ihr von diesen Fotos?

Weitere Fotos gibt es nach dem Sprung.

Kriegsfotografen und ihre Erlebnisse während ihres Einsatzes

Kriegsfotografen sollen normalerweise den Krieg dokumentieren und über die schrecklichen Ereignisse berichten. In den meisten Fällen werden aber auch die Kriegsfotografen zur Zielscheibe.

Wie sich das in der Wirklichkeit abspielt erfährt man zumindest zum Teil wenn man sich den Artikel The shot that nearly killed me: War photographers – a special report aus The Guardian durchliest.

Anyone who says they aren’t frightened during war is either lying or a fool. It’s about finding a way of dealing with the fear – you have to be very calm. You’re not there to get your rocks off; you’re there because you feel your pictures can make a difference.

– Tom Stoddart

Einfach nur faszinierend und vor allem bewundernswert in welche Gefahren sich Kriegsfotografen begeben um der Menschheit zu zeigen was dort wirklich vor sich geht. Hut ab!

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