Mein alter Elektrorasierer hat mittlerweile mehr als 10 Jahre auf dem Buckel. Er hat mich durch mein ganzes Studium, etliche Reisen ans andere Ende der Welt und meine ersten Jahre im Berufsleben begleitet. Nach dieser langen Zeit, habe ich mich durchgerungen meinen Alten durch ein neues Gerät zu ersetzen. Da ich überzeugter Bartträger (je nach Jahreszeit in verschiedenen Längen) bin, war es mir wichtig, verschiedene Schnittlägen einstellen zu können. Außerdem sind ein starker Akku und ein hoffentlich genauso langes Leben wie mein Alter wichtig. Qualität war mir bei der Anschaffung also wichtig. Und da kommt man am Namen Braun einfach nicht vorbei. Meine Wahl fiel also auf den Beard Trimmer der Marke Braun.

Der Braun Beard Trimmer ist sicherlich eines der hochpreisigen Modelle auf dem breiten Markt der Bartschneider. Da mir Qualität und Langlebigkeit bei einem Elektrorasierer allerdings sehr wichtig sind, hatte ich kein Problem das Geld zu bezahlen.

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Zum ersten Eindruck: Nach dem Auspacken fiel mir das relativ unspektakuläre Design des Geräts auf. Mir gefällt das gut. Ein Rasierer / Trimmer soll aus meiner Sicht gut rasieren und gut in der Hand liegen. Aller anderer Schnickschnack ist meiner Meinung nach unnötig und eher störend. Die Verarbeitung des Braun Beard Trimmer erscheint wie bei der Marke Braun zu erwarten sehr hochwertig. Alle Komponenten greifen ineinander und das Gerät liegt solide in der Hand.

Im Lieferumfang waren noch folgende Komponenten enthalten: Ladestation, Ladekabel, Öl zum Fetten der Klingen, Reinigungsbürste, ein zusätzlicher Aufsatz für „längere Längen“, eine Aufbewahrungstasche und die obligatorische Bedienungsanleitung. Ich habe nicht vor die Bedienungsanleitung zu lesen. Ein Rasierapparat sollte selbsterklärend sein. Die Aufbewahrungstasche finde ich ganz nett. Damit ist das Gerät mit allen Zusatzteilen platzsparend verstaut. Kleinteile von Elektrogeräten verschwinden bei mir erfahrungsgemäß recht schnell…

Ich schaffte das Gerät im Winter an. Wie schon oben geschrieben, ist das bei mir die Jahreszeit, in der ich einen etwas längeren Bart trage. Was Ihr auf den Bildern – Gott sei dank – nicht sehen könnt, hatte ich genug Angriffsfläche, um den Braun auf Herzu und Nieren zu testen.

Bevor es losgehen konnte, musste der Beard Trimmer aber erst mal mit Power versorgt werden. Ich war gespannt, welche Ladedauer für die volle Akkukapazität notwendig ist. Für das „erste Mal“ wollte ich mich streng an die Empfehlung aus der Bedienungsanleitung (ich lese Sie also zumindest teilweise doch) halten.

Darin heißt es: Erstmaliges Laden rd. 4 Stunden, danach komplette Ladedauer rd. 1 Stunde, Laufzeit ohne Neuaufladung ca. 40 Minuten, Volle Akkulaufzeit entfaltet sich erst nach mehreren Laden / Entladevorgängen. Ich bin ja mal gespannt…aus meiner Rasierervergangenheit sind die Herstellerangaben hinsichtlich Laufzeit nicht besonders genau, um nicht zu sagen deutlich zu hoch gegriffen.

Eine Funktion, die mein alter Elektrorasierer nicht hatte: Kabelgebundener und kabelloser Betrieb. Ich finde das sensationell. Ich denke die meisten Männer waren mit folgender Situation schon einmal konfrontiert: Ein Treffen mit Geschäftskontakten, Freunden, Familie oder der Angebeteten und der Bart muss noch schnell gestutzt werden. Beim Einschalten des Geräts ist aber nur ein kurzes aufbrummen zu hören. Danach findet ein ständiges Rein und Raus mit der Ladestation statt. Was natürlich keinerlei Effekt hat. Das Haus wird letzten Endes mit einem Flickwerk aus verschiedenen Bartlängen verlassen. Dieser Mist ist für mich nun passee…

Die erste Rasur: Für meinen ersten Schnitt, habe ich mich für eine Länge von 3,5 mm entschieden. Die Bartlänge lässt sich mit Hilfe eines Drehrads regulieren. Überrascht war ich von den „kleinen“ 0,5 mm Schritte. Grundsätzlich finde ich die Justierung durch das Rädchen sehr gelungen. Die Verarbeitung ist hochwertig und der Aufsatz hält auch bei höherem Druck die Position.

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Beim Einschalten des Geräts fällt auf, dass der Sound wesentlich gedämmter als bei meinem Alten klingt. Außerdem auffällig ist der breite Scherkopf. Das macht es umständlich an schwer erreichbare Stellen zu kommen. Typischerweise ist das am Hals unter dem Kieferknochen. Hier hätte ich mir eine etwas filigranere bzw. ergonomischere Form gewünscht. Vielleicht ist das aber auch nur Gewohnheitssache und das Problem löst sich von selber.

Bei der ersten Anwendung ist mir auch ein zusätzlicher Kammaufsatz bzw. eine Präzessionsklinge aufgefallen. Diese lässt sich nach vorne schieben und dient meiner Meinung zum „Kanten ziehen“, zum Beispiel an den Kotletten oder anderen ausgefallenen Frisuren. Für mich allerdings ein „nice to have“, aber nicht wirklich von Bedeutung. Ich werde die gesonderte Klinge also nur einmal zur Vervollständigung meiner Rezension verwenden.

Alles in allem hat die erste Rasur mit dem Braun Beard Trimmer rd. 10 Minuten gedauert. Somit sollte noch eine Akku-Restlaufzeit von etwa 30 Minuten verfügbar sein. Das werde ich ausprobieren und das Gerät bis zum nächsten Einsatz nicht laden. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Im Gesicht habe ich eine durchgehend gleichmäßige Bartlänge. Beim Trimmen gab es kein Zupfen, Reißen, Zwicken oder sonstige negative Begleiterscheinungen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Braun wirbt bei dem Gerät mit lebenslang scharfen Klingen. Das taten in der Vergangenheit auch schon andere Hersteller getan, sind aber deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben. Ich bin also skeptisch und finde solche Slogans immer zu reißerisch.

Mittlerweile konnte ich einige Wochen Erfahrung mit dem Braun Beard Trimmer sammeln.

Zwischenzeitlich komme ich mit der Breite der Schneidefläche und den Aufsätzen deutlich besser zurecht. Wie angenommen, gewöhnt man sich relativ schnell daran. Auch nach regelmäßiger Benutzung unter verschiedenen Bedingungen (nass, trocken, Kabelbetrieb, Kabellos) und diversen Schnittlängen, ist das Ergebnis zufriedenstellend. Die meisten Harre werden schon bei ersten Drüber Gehen abgeschnitten. Die Länge ist einheitlich und entspricht der Einstellung auf dem Präzessionsrad (soweit ich das beurteilen kann).

Hier noch einige Worte zur Reinigung und Pflege: Der Braun Beard Timmer kann sowohl unter fließendem Wasser als auch im Trockenen mit dem mitgelieferten Pinsel problemlos von Haaren, Staub und sonstigem Dreck befreit werden. Alle Komponenten sind gut zugänglich und mit wenigen Handgriffen wieder in Ihre Ursprungsposition zurück gebracht. Das Klingenfett bzw. Öl lässt sich mithilfe der Dosierkappe in gewünschter Menge auftragen. Beim Thema Reinigung und Pflege von meiner Seite also Daumen nach oben.

Was mir fehlt: Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich gerne den Netzscherkopf meines aussortierten Geräts wieder hätte. Damit lass sich die Harre / Stoppeln am oberen Hals super entfernen. Die Haare sind dann so kurz, dass Sie quasi unsichtbar sind. Ich finde das sieht einfach sauberer aus. Eine solch kurze Längeneinstellung gibt es beim Braun Beard Trimmer nicht. Bei meiner Produktbewertung kann ich das aber nur am Rande als negativen Aspekt erwähnen. Anhand der Produktbeschreibung ist klar erkennbar, dass ein Scherkopf nicht Bestandteil des Bartschneiders ist. Somit also: Haken dahinter und mit einem Nassrasierer ausputzen.

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Nach meinem ausführlichen Erfahrungsbericht, kommen wir nun noch schnell zur Übersicht der Pros und Cons sowie zu meinem Fazit.

Was ist gut?

– Anpassung der Schnittlänge durch das Präzessionsrad

– Schnittlänge frei wählbar in Schritten von 0,5 mm

– sehr gute Feststelleinrichtung des Aufsatzes. Kein Verrutschen oder Verwackeln bei etwas mehr Druck auf die Haut.

– lange Akkulaufzeit, die m.E. sogar die Herstellerangaben (50 Minuten) übertreffen. Die Aussage allerdings ohne Gewähr, weil ich nicht ständig auf die Uhr geschaut habe 😉

– kurze Ladezeit von rd. einer Stunde für eine volle Landung

– selbsterklärende und einfache Handhabung

– zusätzlicher Kabelbetrieb möglich

– sehr scharfe und qualitativ hochwertige Klingen

– einfache Reinigung und Pflege

– auch unter Wasser einsetzbar

Was ist schlecht?

– breite Schnittfläche macht manche Stellen an Kinn und Kieferknochen schwer erreichbar

– wenig Sinnhaftigkeit der zusätzlichen Präzessionsklinge, die Hauptklinge ohne Aufsatz erfüllt denselben Zweck

– zu wenig Platz für alle Komponenten in der Aufbewahrungstasche

– fehlende Anzeige für Ladungsstand des Akkus

– fehlender Netz Scherkopf

Fazit:

Bei dem Braun Barttrimmer handelt es sich um ein Gerät im oberen Preissegment. Zielgruppe sind klassische 3 Tage Barträger ohne ausgefallende Frisurwünsche. Der Bartschneider hält, was er verspricht. Hohe Laufzeit, einfache Handhabung und form follows funktion. Kein unnötiger Schnickschnack. Der Barttrimmer ist auch gut geeignet zur Entfernung aller anderen Haare am Männerkörper. Es braucht also nur den einen Elektrischen. Stellen, die besonders glatt werden sollen, schneidet Mann ja doch eher mit einem Nassrasierer. Alles in allem kann ich das Produkt mit gutem Gewissen empfehlen.

Bitte beachten: Männer die auf ein ausgefallenes Technikspielzeug stehen, werden vom Braun Beard Trimmer eher enttäuscht sein. Wie beschrieben ist das Gerät sehr funktionell konzipiert. Was aus meiner Sicht aber eher positiv als negativ ist.

Ich bedanke mich bei Braun für das tolle Gerät.
Dieser Beitrag wird von Braun unterstützt.

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